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Augmented Reality

Apple erweitert die Realität.

Die Veränderung unserer wahrgenommenen Wirklichkeit gilt als eine der Technologien, die das Leben der Menschen in Zukunft nachhaltig verändern könnte. Auch Apple widmet sich diesem Thema jetzt nachhaltig.

Geht es um die Veränderung der Realität mit maschineller Hilfe, stehen zwei Ansätze im Fokus.
Erstens: Mit Virtual Reality (VR) kann der Mensch eine am Computer erschaffene Welt betreten und darin mit virtuellen Dingen interagieren. Er bewegt sich in einem vom Rechner erzeugten dreidimensionalen Raum. Wer da an Computerspiele denkt, hat nicht ganz unrecht. Das Eintauchen in eine virtuelle Welt beschäftigt die Spieleindustrie tatsächlich intensiv. Anwendungsbeispiele gibt es inzwischen aber auch bereits in Handel und Industrie. Dank VR können sich die Kunden schon einmal in der erst geplanten Einbauküche bewegen, oder Ingenieure und Architekten sich in ihren Entwürfen umsehen. Der große Nachteil von VR liegt derzeit noch darin, dass die notwendigen Hilfsmittel (Datenbrillen und Controller) schwer und recht klobig sind. Außerdem werden recht leistungsstarke Computer benötigt, um die Darstellung flüssig zu halten.

Zweitens: Augmented Reality (AR), eine neuere Technologie, erhebt dagegen nicht den Anspruch, eine neue Wirklichkeit zu schaffen. Sie erweitert die Wahrnehmung unserer Realität, in dem sie zusätzliche Informationen oder Gegenstände in die reelle Umgebung einblendet.

Unzählige Anwendungsmöglichkeiten.

Einer der größten Spielehits für Smartphones aus dem vergangenen Jahr war Pokémon Go. Der Spieler musste sich auf die Suche nach den kleinen Monstern machen, um sie einzufangen. Und diese tauchten plötzlich und unvermittelt in den eigenen vier Wänden oder in der näheren Umgebung auf. Dazu wurden die Animationen der Spielfiguren eben in das von der Kamera des Smartphones aufgenommene Bild projiziert. Da AR nicht damit operiert, den Menschen die tatsächliche Umgebung vergessen zu lassen, kommt sie mit einfacheren Hilfsmitteln aus. Das Übereinanderlegen von Realität und Erweiterung kann auf dem Display eines iPhones erfolgen. Oder der Nutzer setzt sich eine (leichte) Spezialbrille auf, wie etwa Google Glas.

Und auch für AR gibt es inzwischen eine Reihe von praktischen Einsatzmöglichkeiten. Zum Beispiel für die Navigation in Innenräumen. So experimentiert die Handelskette Saturn aktuell in den Niederlanden und Belgien mit einem neuen System, mit dessen Hilfe die Kunden schneller den gewünschten Artikel in der Filiale finden sollen. Dank einer speziellen Beleuchtung und der hauseigenen App wird der Kunde geortet und der Weg zum Artikel errechnet. Dieser Weg wird dann auf das Bild der laufenden Smartphone-Kamera gelegt. Jeder Anwender sieht somit seine eigene Route, welche in der Realität nicht vorhanden ist.

Es gibt aber noch weitere faszinierende Anwendungsszenarien. Gerade in Industrie und Service kann AR eine sinnvolle Ergänzung des Arbeitsalltags werden. So könnte eine AR-Brille einem Kundendienstmonteur während der Arbeit an einem Werkstück Informationen zu den Bauteilen anzeigen, an denen er arbeitet oder den Weg zu ansonsten versteckten Schrauben zeigen. In der Logistik zeigen AR-Brillen (oder allgemeiner formuliert Anzeigegeräte) Informationen zu Produkten an, die gerade kommissioniert werden. Und natürlich spielt AR auch im Handel eine Rolle. Möbel- und Modehäuser haben bereits Apps veröffentlicht, mit deren Hilfe der Kunde beispielsweise die Möbelstücke aus einem Katalog in seinem Wohnzimmer platzieren kann, um sich einen ersten Eindruck davon zu verschaffen.

Doch gerade im Endkundenbereich scheint die Begeisterung für AR bereits wieder am Abflauen zu sein. Was auch damit zu tun hat, dass die Entwicklung entsprechender Funktionen nicht ganz leicht ist.
Zumindest für Geräte mit iOS ändert sich das jetzt. Denn Apple hat auf seiner Entwicklermesse WWDC das AR-Kit vorgestellt, dass die Entwicklung von AR-Apps deutlich vereinfachen wird.

AR-Kit von Apple könnte der Technologie neuen Schub verleihen.

Google hat mit seiner AR-Brille Google Glas viel Aufmerksamkeit erzeugt, aber praktische Anwendungsbeispiele gab es bisher wenige. Mit einem Preis von über 1.000 Euro für die erste Version war die Brille auch alles andere als ein Schnäppchen für Endkunden. Inzwischen will sich Google bei der weiteren Entwicklung auf Anwendungen für die Industrie konzentrieren.

Ein Smartphone dagegen haben inzwischen die meisten Menschen. AR-Anwendungen, die darauf laufen, haben also von Beginn an deutlich mehr Nutzerpotentiale. Und mit seinem AR-Kit, das sich an Entwickler wendet, könnte Apple der Technik durchaus zum Massendurchbruch verhelfen. Denn damit die optische Illusion perfekt wird beziehungsweise Informationen korrekt ausgerichtet werden, müssen sie im aufgenommenen Bild optimal platziert werden. Und genau hierbei unterstützt AR-Kit. Es erkennt horizontale und vertikale Ebenen, wie etwa Zimmerböden oder Tischflächen, was bei der Positionierung hilft. Das von der Kamera aufgenommene Bild wird auch Lichteinfall und Helligkeit analysiert und die Werte dann an die eigentliche App weitergeben, so dass die eingeblendeten Objekte zur realen Beleuchtung passen. Und es greift auf die im iPhone und iPad eingebauten Sensoren zu, um die Bewegung des Geräts im Raum zu analysieren. Das sind alles Fragestellungen, zu denen der Entwickler einer AR-Anwendung sonst selbstständig eine Lösung finden müsste. Dank AR-Kit wird die Entwicklung vereinfacht und die Darstellung präziser. Und das könnte einen regelrechten Boom auslösen. Man darf also gespannt sein.

Sie haben noch offene Fragen zum Augmented Reality Kit? Der CPN Partner in Ihrer Nähe hilft Ihnen gern weiter.

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